Um unterirdische Infrastrukturarbeiten besser koordinieren zu können, wurde Synfra gegründet, ein Zusammenschluss von Netzbetreibern in Noord-Brabant, Limburg und Zeeland. Synfra erlegt Bauunternehmen weitreichende Verpflichtungen in Bezug auf Kettenintegration und Systemlösungen auf.
Geodirect koppelt Synfra mit GIS und GPS
Synfra steht für „Synergie in Infra“ und ist ein Zusammenschluss von Brabant Water, Delta, Endinet, Enexis, Waterleidingmaatschappij Limburg, ReggeFiber, UPC und Ziggo. Ziel ist es, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern zu erreichen und Synergien bei unterirdischen Infrastrukturarbeiten zu finden. Für die kombinierten Arbeiten in verschiedenen Versorgungsgebieten in Noord-Brabant und Limburg hat Synfra Anfang 2013 nach einer Ausschreibung neun neue Bauunternehmen unter Vertrag genommen, darunter die Hurkmans Groep und Van Vulpen. Seitens des Synfra-Kollektivs wurde die Verpflichtung auferlegt, eine weitreichende Kettenintegration mit den Auftraggebern aufzubauen, auch im Systembereich. Dabei ging es um eine Kopplung von Synfra aus, eine Kopplung mit den Bauunternehmen und eine direkte Kopplung vom System zu den Mitarbeitern draußen im Feld.

Geodirect und Geolantis
Geodirect, Anbieter von GPS-, CAD- und GIS-Lösungen, hat speziell für Synfra-Bauunternehmen Funktionen zur bestehenden Geolantis-Plattform hinzugefügt, um Anschlussprozesse weitestgehend zu automatisieren und die von Synfra geforderte Revisions-XML innerhalb von 24 Stunden digital bereitzustellen. Die Geolantis-Lösung von Geodirect ist eine GIS-Plattform, die Verknüpfungen herstellt. Van Vulpen hat die Kettenoptimierung in enger Zusammenarbeit mit Geodirect in Angriff genommen. Nach einem intensiven, halbjährigen Projekt resultierte dies in einer Softwarelösung, die maßgeschneidert für Van Vulpen entwickelt wurde. Dabei stand die Benutzerfreundlichkeit sowohl für den Monteur als auch für den Arbeitsvorbereiter im Mittelpunkt. Neben der Lieferung innerhalb von 24 Stunden wurde auch dafür gesorgt, dass der Monteur vor Ort weniger administrative Aufgaben erledigen muss. Dadurch kann er sich primär auf seine Arbeit konzentrieren. Die Revisionsaufträge der Standard-Hausanschlüsse im Synfra-Gebiet werden digital per XML-Nachricht an Synfra übermittelt. Nach einer kurzen Prüfung werden diese Daten direkt dem Kataster zur Verfügung gestellt, sodass die neue Lage auch bei zukünftigen KLIC-Meldungen bekannt ist. Bram Zoeteman, Abteilungsleiter Brabant Infra bei Van Vulpen, hält es für unvermeidlich, dass auch Hausanschlüsse unter das Gesetz über den Informationsaustausch unterirdischer Netze (WION) fallen werden: „Das sind die am häufigsten vorkommenden Schäden.“
Barrierefreie, offene GIS-Plattform
Van Vulpen ist für die Infrastruktur von Brabant Water und Enexis verantwortlich, einschließlich der Hausanschlüsse. „Wenn wir zum Beispiel eine Sanierung durchführen, messen wir diese ein. Alte Leitungen werden entfernt und neues Material wird verlegt“, so Zoeteman. Er blickt zufrieden auf die Implementierung des neuen Systems zurück. Zoeteman bezeichnet Geolantis als eine „zugängliche, offene GIS-Plattform. Sie arbeitet auf Basis von Datenbankobjekten und Datenaustausch, einschließlich XML. Der Output wird mit dem GIS des Auftraggebers geteilt.“ Die Arbeitsweise ist wie folgt: „Wir importieren Daten direkt aus dem Workflow von Synfra, dem Auftraggeber. Es handelt sich um alle Basisdaten der Hausanschlüsse. Letztendlich sind wir als Bauunternehmen für diese Daten verantwortlich.“ Sobald die Daten vorliegen, prüft Van Vulpen die tatsächliche Situation beim Kunden. Anschließend erfolgt ein Arbeitsauftrag. Ab diesem Moment macht sich der ‚Mann im Feld‘ an die Arbeit.

Qualitätssprung
Durch die Arbeit mit Geolantis wird ein Qualitätssprung erzielt. Zoeteman erläutert: „Wir aktualisieren jetzt die gesamten Revisionsdaten; früher war das im Baugewerbe alles nicht so genau. Heute beginnt der Arbeitsvorbereiter seine Tätigkeit im GIS und bereitet die Materialien vor. Er prüft die Anschlusswerte der Geo-Objekte, den Service-Entnahmepunkt, das Material sowie den Anschluss an das Hauptnetz und fügt alle administrativen Daten hinzu. Außerdem erstellt er eine erste digitale Skizze, wobei er die Messwerte mit dem Zeichnungs-Leistungsverzeichnis abgleicht.“ Zoeteman ist sich bewusst, dass diese neue Arbeitsweise Auswirkungen auf die Art der Aufträge hat, die Bauunternehmen im Jahr 2015 gewinnen können. „Das Baugewerbe hat sich in der Kette verschoben, da von ihm erwartet wird, dass es die Koordination und Vorbereitung innerhalb des Hausanschlussprozesses übernimmt. Die neue Arbeitsweise wird Auswirkungen auf ein breiteres Spektrum an zu liefernden Projekten haben. Neben den Hausanschlüssen wird sich das XML-Verfahren beispielsweise auch auf Hauptinfrastrukturprojekte ausweiten.“
Draußen im Feld
Es stellt sich natürlich die Frage, wie die Mitarbeiter im Feld diese Entwicklungen sehen. Sie arbeiten draußen und haben weniger Affinität zu administrativer Verarbeitung und Digitalisierung. Zoeteman erklärt: „Diese Arbeitsweise ist bei unseren Monteuren enorm beliebt. Alles, was sie brauchen, liegt im Wagen, und sie führen jetzt nur noch den Kontrollschritt an der digitalen Zeichnung durch. Sie klicken auf das bereits eingegebene Maß und ändern dieses bei Bedarf. Die Skizze des Monteurs ist direkt das Endprodukt. Das Geld wird wirklich draußen verdient, und das sehen sie auch selbst. Die Monteure wurden daher von Anfang an in die Neuerungen einbezogen. Sie sind für die letztendliche Produktivität verantwortlich, wobei es wichtig ist, dass gerade sie den Nutzen des veränderten Prozesses und der Kopplung mit Synfra erkennen.“ Zurück im Büro findet noch ein Kontrollschritt statt. Sobald die neue Situation „Gemma Ready“ ist (Gemma ist das Webportal von Synfra), gehen die Daten via XML an den Netzbetreiber.
GPS als Basis
Eine hervorragende Eigenschaft von Geolantis ist, dass GPS die Basis aller Daten bildet. Natürlich ist die Grundschicht „im Prinzip“ die GBKN, BAG oder BGT. Aber, so erklärt Zoeteman: „Dort, wo wir arbeiten müssen, ist oft noch keine Basiskarte vorhanden. Wir schalten einfach den Stonex-GPS-Empfänger ein und messen alles ein.“ Van Vulpen arbeitet täglich mit 30 bis 35 GPS-Empfängern. Zoeteman skizziert die Situation: „Alles wird hier digital eingemessen und eingezeichnet. Jede Kolonne hat einen Stonex, und jeder bei uns führt Einmessungen durch. Das kann also auch jemand sein, der zufällig für einen anderen Auftrag in der Nähe ist.“ Diese schnelle Arbeitsweise hat einen großen Vorteil: Der Auftraggeber weiß fast sofort, wo die Hauptleitung liegt. Für die Infrastruktur werden X, Y und Z eingemessen, bei Hausanschlüssen werden lediglich X und Y erfasst. Van Vulpen sieht viele Möglichkeiten für die weitere Entwicklung. „Auf Basis unserer Arbeitsweise können wir zukunftsorientierter agieren. Wir denken nun gemeinsam mit Geodirect über neue Innovationen nach, zum Beispiel über die Registrierung der verarbeiteten Materialien.“
Möchten Sie mehr über diese Anwendung erfahren? Oder möchten Sie eine Demo buchen?
Unsere Sales Engineers stehen Ihnen gerne zur Verfügung!
Rufen Sie an unter +31 297 769 101 oder senden Sie eine E-Mail an sales@geodirect.nl und wir helfen Ihnen gerne weiter.